Ölheizung – das sind die Alternativen

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Verbot von Ölheizungen: Welche anderen Heizsysteme kommen infrage?

Das von der Regierung verabschiedete Klimapaket sieht ein baldiges Verbot der klassischen Ölheizung vor. Ganz konkret: Ab dem Jahr 2026 dürfen – von wenigen Ausnahmen abgesehen – keine neuen Ölheizungen mehr installiert werden. Es kann allerdings von Vorteil sein, schon wesentlich früher auf ein umweltfreundlicheres Heizsystem umzustellen.

Wer eine Immobilie mit Ölheizung besitzt, wird sich diese Fragen sicher schon gestellt haben: Wie lange darf ich meine Ölheizung noch betreiben? Wann sollte ich das Heizsystem wechseln? Und welche Alternative passt zu meiner Immobilie?

Was passiert mit einer bestehenden Ölheizung?

Die gute Nachricht vorweg: Sie müssen Ihre bestehende Ölheizung nicht bis 2026 abschaffen. Sie können sogar bis dahin noch eine moderne Ölheizung in Ihre Immobilie einbauen lassen. Bestehende Ölheizungen dürfen auch nach 2026 noch betrieben werden – nur eben bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr neu installiert werden. Sofern eine bereits vorhandene Ölheizung einwandfrei funktioniert, darf sie auch bis zu 30 Jahre genutzt werden.

Übrigens: Wer aktuell eine alte Ölheizung gegen ein moderneres und umweltfreundlicheres Öl-Brennwertgerät tauschen möchte, kann bei der KfW-Bank noch eine Förderung in Höhe von 15 Prozent beantragen. Der Antrag muss allerdings bis Ende des Jahres eingereicht sein.

Wer darf nach 2026 noch eine Ölheizung einbauen?

Es gibt kaum ein Verbot ohne Ausnahmen: Immobilien, in die nachweislich kein klimafreundlicheres Heizsystem installiert werden kann, sind vom Verbot der Ölheizung ausgenommen. Etwa wenn es keine Anschlüsse für Gas oder Fernwärme gibt, wenn eine neue Heizungsanlage technisch oder räumlich nicht umsetzbar ist, oder wenn der Umbau für die Besitzer oder Bewohner zu einer „unbilligen Härte“ führen würde.

Weiterhin erlaubt sind nach 2026 sowohl bei Bestandsimmobilien als auch bei Neubauten sogenannte Hybridlösungen: Man darf also eine Ölheizung neu einrichten, wenn man sie mit erneuerbaren Energien kombiniert – etwa mit einer Solaranlage.

So wird der Umstieg gefördert

Damit möglichst viele Hausbesitzer frühzeitig auf eine ökologische Alternative zur Ölheizung umsteigen, hat der Staat umfangreiche Fördermittel in Aussicht gestellt. Wer seine alte Ölheizung abschafft und auf eine umweltfreundliche Heizanlage umrüstet, kann mit bis zu 40 Prozent Förderung rechnen. Noch ist allerdings offen, ab wann es diese Austauschprämie konkret geben wird. Der Austausch der alten Ölheizung soll ebenfalls von der Steuer absetzbar sein.

Welche alternativen Heizanlagen gibt es?

Solaranlage Hybrid

Eine moderne Ölheizung in Kombination mit erneuerbaren Energien leistet bereits einen Beitrag zum Umweltschutz und spart Kosten. Üblicherweise wird hier ein Brennwertkessel mit einer Solaranlage kombiniert. Die Solaranlage kann die Ölheizung bei der Warmwasserbereitung oder der Beheizung unterstützen und reduziert dadurch den Ölverbrauch um bis zu 20 Prozent. Da die Ölheizung aber nicht ganz abgeschafft wird, fällt die staatliche Förderung des Umbaus auch nicht maximal aus – die genaue Höhe steht aktuell noch nicht fest.

Gasheizung

Sofern ein Gasanschluss vorhanden ist, kann sich auch der Umstieg auf eine Gas-Brennwertheizung für die Umwelt und den Geldbeutel lohnen. Zwar wird auch hierbei noch ein fossiler Brennstoff verbraucht, allerdings sind die Emissionen geringer als bei der Ölheizung. Ein weiterer Vorteil für Immobilienbesitzer: Die Gas-Brennwertheizung kommt ohne Kessel aus und kann platzsparend eingebaut werden. Auch eine Gasheizung lässt sich natürlich mit einer Solaranlage kombinieren.

Wärmepumpe Heizung

In einer Immobilie mit sehr guter Dämmung ist auch die Wärmepumpe eine echte Alternative. Sie macht sich Umweltwärme aus Erde, Luft oder Wasser zunutze und arbeitet auf diese Weise komplett emissionsfrei. Der Einbau kann allerdings aufwändig werden, denn wer die Erdwärme oder die Wärme des Grundwassers für seine Wärmepumpe nutzen möchte, muss eine Bohrung vornehmen lassen. Hierfür müssen Hausbesitzer ab einer gewissen Tiefe eine behördliche Genehmigung einholen.

Fernwärme

Für manche Immobilien kommt auch die Fernwärme infrage. Fernwärme fällt als Nebenprodukt von Kraftwerken an oder speist sich aus natürlich vorhandener Geothermie. Über Rohre gelangt die Fernwärme ins Haus, wo nur noch ein relativ kleines Heizsystem eingerichtet werden muss. Vor allem in Städten sind Fernwärmeanschlüsse relativ häufig bereits vorhanden. Wichtige Voraussetzung für eine Beheizung mit Fernwärme ist eine gute Dämmung des Hauses.

Pelletheizung

Eine ebenfalls besonders umweltfreundliche Alternative zur Ölheizung ist die Pelletheizung. Sie bezieht ihr Brennmittel aus einem nachwachsenden Rohstoff: Die Pellets sind in der Regel ein Recyclingprodukt aus Holzabfällen. Bei deren Verbrennung stößt sie auch viel weniger Schadstoffe aus. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat ausgerechnet, dass eine Pelletheizung im Vergleich zu einer alten Ölheizung rund 89 Prozent CO2 einsparen kann. Hausbesitzer, die zuvor eine Ölheizung genutzt haben, können den ehemaligen Heizungskeller gut als Pelletlager verwenden.

Solaranlage

Die Solaranlage kann nicht nur für die Erzeugung des Warmwassers oder zur Heizungsunterstützung genutzt werden, sondern unter Umständen auch als alleinige Heizungsanlage zum Einsatz kommen. Voraussetzung für eine Solaranlage ist eine bestimmte Größe und Ausrichtung des Daches. Auf einem nach Süden ausgerichteten Dach arbeitet die Solaranlage am effizientesten. In einem sehr gut gedämmten Passivhaus kann eine Solaranlage auch als alleiniges Heizsystem eingesetzt werden.

Welches Heizsystem passt zur Immobilie?

Unabhängig davon wie gut die Argumente für das eine oder andere Heizsystem sind, stehen Sie als Immobilienbesitzer zusätzlich vor der Frage, welche Anlage Sie überhaupt einbauen lassen können. Hierfür sollten Sie unbedingt einen Heizungsfachmann zu Rate ziehen, denn höchstwahrscheinlich stehen Ihnen nur einige der genannten Alternativen auch wirklich zur Verfügung.

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