So wird die Grundsteuer in Hamburg bald berechnet

Grundsteuer Hamburg 2022

Bei der Reform der Grundsteuer weicht Hamburg von der bundesweiten Regelung ab: Der Senat hat ein eigenes Grundsteuermodell vorgestellt, das besser zu einer wachsenden Metropole mit Bedarf an bezahlbarem Wohnraum passe. Die neue Grundsteuer gilt zwar erst ab 2025, allerdings werden alle Hamburger Grundeigentümer und Immobilienbesitzer schon in diesem Jahr aufgefordert, eine Feststellungserklärung abzugeben.

Warum die Grundsteuer reformiert wurde

Das Bundesverfassungsgericht hat im Jahr 2018 festgestellt, dass die bisherige Grundsteuer gleichartige Gebäude sehr unterschiedliche besteuert. Das verstößt gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz. Außerdem wurden Grundstücke und Immobilien im Westen bislang nach ihrem Wert im Jahre 1964 veranschlagt, im Osten nach ihrem Wert im Jahre 1935. Die Wertentwicklung ist seitdem aber regional sehr unterschiedlich verlaufen, sodass die Grundsteuersätze oft nichts mehr mit dem tatsächlichen Wert zu tun haben.

Darum erhält Hamburg eine eigene Grundsteuer

Das Bundesmodell passe nicht zu einer Metropole wie Hamburg, sagte Finanzsenator Andreas Dressel. Hätte Hamburg das bundesweite „Flächenmodell“ für die Berechnung der neuen Grundsteuer verwendet, wäre das für viele Eigentümer und Mieter sehr teuer geworden – denn die Bodenwerte in Hamburg sind in den vergangenen Jahren enorm gestiegen.

Die neue Hamburger Grundsteuer wird künftig daher nach dem „Wohnlagenmodell“ berechnet: Neben den Bodenrichtwerten fließen auch die Flächengrößen und die Wohnlagen mit ein. Außerdem soll für leerstehende und baureife Grundstücke eine höhere Grundsteuer C eingeführt werden, damit diese Flächen nicht aus Spekulationsgründen unbebaut bleiben.

Übrigens: Nicht nur Hamburg hat sich für ein eigenes Grundsteuermodell entschieden. Auch die Länder Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Niedersachsen weichen vom Bundesmodell ab.

Was ist bei der neuen Grundsteuer schon 2022 zu beachten?

In diesem Frühjahr werden alle Grundeigentümer und Immobilienbesitzer in Hamburg durch eine öffentliche Bekanntmachung dazu aufgefordert, ihre Daten zu den Grundstücken und Gebäuden durch eine Feststellungserklärung bis zum 31. Oktober 2022 einzureichen. Das Ganze soll von einer breit angelegten Informationskampagne begleitet werden – individuelle Anschreiben an alle Steuerpflichtigen sind nicht geplant.

Die Dateneingabe soll digital erfolgen, die elektronische Aktenführung steht aber aktuell noch nicht bereit, sondern voraussichtlich erst ab Juli 2022. Das verkürzt das Zeitfenster etwas, in dem die Bürger ihre Daten zu den Grundstücken und Gebäuden eingeben können. Auf dieser dann erhobenen Datenbasis werden die für Hamburg neu geltenden Hebesätze festgelegt, sodass die neue Grundsteuer planmäßig ab 2025 erhoben werden kann. Bis dahin gelten die bisherigen Steuersätze.

Folgende Angaben sind für Wohngrundstücke voraussichtlich erforderlich:

  • Lage des Grundstücks (Mietniveaustufe)
  • Grundstücksfläche
  • Bodenrichtwert
  • Immobilienart
  • Wohnfläche
  • Baujahr des Gebäudes

Wer zahlt bald mehr oder weniger Grundsteuer in Hamburg?

Da die Neuberechnung noch nicht abgeschlossen ist, lässt sich das aktuell noch nicht definitiv sagen. Finanzsenator Andreas Dressel verwies jedoch darauf, dass es im Altbaubereich ein paar Euro mehr kosten könne und im Neubausektor etwas günstiger werde. Darüber hinaus sind Rabatte geplant, insbesondere für Sozialwohnungen und Denkmäler. Was gilt für vermietete oder gewerblich genutzte Gebäude? Für Vermieter ist wichtig zu wissen: Auch die neue Hamburger Grundsteuer gehört zu den umlagefähigen Nebenkosten, an denen die Mieter beteiligt werden können. Wer ein bebautes oder unbebautes Grundstück für gewerbliche Zwecke nutzt, kann auch die neue Hamburger Grundsteuer steuerlich absetzen.

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